Dreck rein, Resonanz bleibt. Ein Filter, der unter DRIVE nicht einknickt.
Filter und Zerre vertragen sich nicht
Saturator vor den Filter, und die Zerre landet genau dort, wo der Filter sie gleich wieder wegschneidet. Saturator hinter den Filter, und als Erstes wird die Resonanzspitze plattgedrückt. Die Acid-Line, die eben noch gequietscht hat, klingt danach nach Teppich.
Also baust du Umwege: zwei Plugins, Pegel nachziehen, RESO weiter hochdrehen, um zu retten, was die Zerre geschluckt hat, dann wieder Pegel nachziehen, weil jetzt alles lauter ist. Beim nächsten Bass fängst du von vorn an.
RASPEL macht aus Filter und Zerre ein Werkzeug. Du drehst RESO und DRIVE gemeinsam hoch, die Line wird rau und dreckig und behält trotzdem ihre Spitze.

RASPEL mit dem Preset Bar Riser: oben der Frequenzgang, darunter INPUT bis MIX, unten TYPE, GAIN COMP, MONO und SMOOTH.
Wie es funktioniert
RASPEL ist kein Saturator mit Filter hintendran und kein Filter mit einem Drive-Knopf, der nur den Eingang anfährt. DRIVE sättigt den Eingang jeder einzelnen Filterstufe, mit bis zu 30 dB Anhebung vor dem Filter, die danach wieder abgezogen wird. Die Rückkopplung des Filters bleibt dabei linear. Deshalb wird die Resonanz unter Sättigung dicker statt instabil, auch mit DRIVE auf Anschlag.
Ein automatischer Pegelausgleich läuft immer mit. DRIVE macht den Klang dichter, nicht einfach lauter, und du beurteilst den Charakter statt der Lautstärke. Mit GAIN COMP liegt außerdem jede Filterstufe im Durchlassbereich bei 0 dB: RESO hebt die Spitze an, nicht den ganzen Klang. Wer es fetter will, schaltet GAIN COMP aus und treibt die Sättigung damit noch härter.
Hinter dem Filter sitzt CHARACTER, ein Wavefolder, der das Signal zu neuen Obertönen faltet. Filter, DRIVE und CHARACTER laufen übersampelt, standardmäßig mit 4x, bis 8x für helle Signale mit viel Zerre. So bleiben die Höhen sauber, auch wenn du sie kaputtmachst.
Sechs Filter, sechs Jobs
- LP4: 24 dB pro Oktave, der Standard für Acid und Basslines. Sechzehntel-Line drauf, CUTOFF um 300 bis 600 Hz, RESO 60 bis 75 %, DRIVE 40 %.
- LP2: offen und rund, für Akkorde, Pads und Bässe, die nicht dunkel werden sollen.
- LP6: 36 dB pro Oktave, der steilste Schnitt, macht einen Reese-Bass richtig dunkel.
- HP2 und HP4: räumen Drum-Loops unten frei für Kick und Bass und ziehen im Build-up den Bass langsam raus.
- BP4: Bandpass für vokale Sweeps, Telefonklang und Percussion.
Ein Wechsel des Typs blendet über 20 ms über. Du kannst also mitten im Takt umschalten, auch im Drop, ohne Knacken.
Zerre, die im Club ankommt
CHARACTER gibt Bässen Obertöne, die auch auf kleinen Lautsprechern noch zu hören sind. Zwischen 0.1 und 0.3 bekommt ein Sub Präsenz, ohne dicker zu werden. Zwischen 0.4 und 0.6 wird aus einem runden Bass ein metallischer Lead. Darüber faltet CHARACTER hart, für Industrial, Hardgroove und Breaks. Bei 0 ist er komplett aus und lässt das Signal bitgenau durch.
DRIVE reicht von Wärme auf dem Bus bei 20 bis 40 % über einen kräftigen Acid-Bass bei 50 bis 70 % bis zu echter Zerre auf Drums ab 80 %.
Vintage: Stufen statt glatter Sweep
CIRCUIT Vintage rastet die Frequenz der Filterpole in Drittel-Oktav-Schritte und die Dämpfung in gröbere Stufen, dazu kommt eine weiche Begrenzung im Filter. So verhält sich ein Filter in einem alten Digitalsystem. Hörbar wird das im Bass: Ein langsamer Sweep unter 150 Hz läuft in Stufen, mit Resonanz wird die Bewegung gestuft und leicht rau. Genau das hebt einen Sub-Sweep von einem glatten Software-Sweep ab. In den Höhen klingt Vintage fast wie Modern, dein Top-End bleibt also, wie es ist.
Bewegung aus deiner DAW
RASPEL hat keinen eigenen LFO, alle 14 Parameter laufen über die Automation deiner DAW. SMOOTH entscheidet, wie der Filter folgt, und macht aus derselben Automationskurve zwei verschiedene Bewegungen.
- Sechzehntel-Acid: LP4, SMOOTH auf 3 bis 6 ms, CUTOFF in Stufen automatisieren. Der Filter springt hart mit, die Line quietscht.
- Build über 16 Takte: HP2 auf dem Drum-Bus, CUTOFF langsam von 20 Hz auf ein paar hundert Hertz, SMOOTH lang. Im Drop springt der Filter zurück, und die Kick ist wieder da.
- Drop und Breakdown: DRIVE und CHARACTER im Drop hochfahren, im Breakdown wieder zurück.
- Einblenden: MIX über den Build-up von 0 auf 100 %, der Effekt wächst ins Signal hinein.
Parallel und mono, ohne Phasenärger
MIX ist echte Parallelbearbeitung. Das trockene Signal wird vor INPUT abgegriffen und zeitrichtig mitverzögert, es entstehen keine Kammfilter. MIX 50 % mit viel DRIVE ist die schnellste Parallelzerre: Kick oder Snare behalten ihren Punch, die Sättigung liegt darunter.
MONO legt alles unter der eingestellten Frequenz auf die Mitte, ohne Latenz und phasenkompensiert. Auf Bass und Kick-Bus mit 100 bis 140 Hz bleibt der Sub in der Mitte, die Breite darüber bleibt erhalten. Weil MONO am Ende der Kette sitzt, wirkt er auch auf das trockene Signal.
50 Werkspresets in vier Bänken
Alle Presets sind auf denselben Pegel eingemessen, auf 1 dB genau. Beim Durchblättern springt die Lautstärke nicht, und du hörst, was ein Preset macht, statt dass es nur lauter ist.
- Init (1): der neutrale Ausgangspunkt, Filter offen, keine Sättigung.
- Warm (16): Wärme und Sättigung für Busse, Pads, Akkorde und Bässe, von Soft Lid bis Melted Wax. Die Bass-Presets schalten den Mono-Maker ein, Parallel Warmth zeigt die Parallelzerre.
- Sweep (16): Ausgangspunkte für Filterfahrten, CUTOFF tief und SMOOTH auf das Tempo abgestimmt. Kurz für gestufte Sechzehntel wie Squelch Step, lang für Builds wie Bar Riser und Tension Build, vokal mit Formant Rise und Vowel Ride.
- Break (17): Hochpässe und Bandpässe für Drums, Loops und Percussion, vom sauberen Kick Clear bis zum zerstörten Crushed Break und Factory Floor.
Eigene Presets speicherst du in jede Bank, sie landen in deinem Dokumente-Ordner.
Technische Highlights
- Sechs Filtertypen: LP2, LP4, LP6, HP2, HP4 und BP4, Überblendung beim Umschalten über 20 ms
- Sättigung am Eingang jeder Filterstufe, lineare Rückkopplung, automatischer Pegelausgleich
- CHARACTER-Wavefolder nach dem Filter, bei 0 bitgenau aus
- CIRCUIT Modern und Vintage
- Oversampling 1x, 2x, 4x und 8x
- Mono-Maker ohne Latenz, 20 bis 500 Hz
- MIX zeitrichtig parallel, ohne Kammfilter
- 14 automatisierbare Parameter, SMOOTH von 1 bis 100 ms
- 50 Werkspresets, auf 1 dB genau pegelgleich
- Gemeldete Latenz bei 48 kHz: 59, 108, 120 und 124 Samples für 1x bis 8x
- 64-Bit-Verarbeitung, wenn der Host sie anbietet
Die Latenz kommt aus dem Oversampling und einer Bandbegrenzung bei 19.5 kHz, die immer im Signalweg liegt. RASPEL meldet sie sauber an deine DAW, und sie ändert sich nur, wenn du OVERSAMPLING umstellst. Ein Bounce klingt bei jedem Durchlauf gleich.
Formate & Systeme
Formate: VST3, AU (macOS), CLAP, Standalone
Systeme: macOS 11 Big Sur oder neuer (Universal Binary, Intel und Apple Silicon), Windows (64 Bit), Linux x86_64 ab Ubuntu 22.04
Made in Berlin
RASPEL wurde komplett in Berlin entwickelt. Die DSP basiert auf JUCE, Filterkern, Sättigung und Wavefolder sind from scratch geschrieben. Kein White-Label, kein generischer Toolkit-Filter. Unsere Geheimwaffe ist der Spaß am Detail.
Tools von Produzenten, für Produzenten.
Free Download
RASPEL ist kostenlos. Keine Seriennummer, keine Aktivierung, keine Demo-Einschränkung: herunterladen, installieren, loslegen.
Preis: Free Download





