POLSCHWARM: Pole Swarm Filter

POLSCHWARM Plugin

Resonanzen mit Masse, Trägheit und Federkraft. Für Basslines, Leads und Melodien, die sich bewegen, ohne nach LFO zu klingen.

Resonanzen mit Masse und Trägheit

Jeder Filter-Sweep, den du kennst, funktioniert gleich: Ein Cutoff-Wert wandert von A nach B, auf einer Kurve, die jemand gezeichnet hat. Ein LFO, eine Hüllkurve, eine Automationslinie. Das klingt sauber, aber berechnet, und man hört es. Jede Bassline und jede Melodielinie hat dieselbe Rundung, jeder Build denselben Bogen.

In einem echten analogen Filter steckt mehr Leben, weil die Bauteile träge sind. Plugins bilden das meistens als Glättung nach: Der Wert läuft ein paar Millisekunden hinterher, mehr nicht.

POLSCHWARM dreht das um. Hier sind die Resonanzen des Filters sieben Körper mit eigener Masse und der damit verbundenen Trägheit. Jeder hängt an einer Feder, deren Rückstellkraft ihn zu seinem Ziel zieht. Reibung dämpft seine Bewegung, an den Grenzen des Felds wird er reflektiert, und kommen sich zwei Körper näher als ihre Ziele, wirkt zwischen ihnen eine abstoßende Kraft. Du gibst das Ziel vor. Den Weg dorthin rechnet die Simulation: Beschleunigung, Überschwingen und Ausschwingen, bestimmt von Masse, Federkonstante und Dämpfung und abhängig davon, wo und wie schnell sich die Körper gerade bewegen. Uns ist kein anderes Filter-Plugin bekannt, in dem die Resonanzen selbst als Körper mit Masse fliegen, sich gegenseitig abstoßen und den Weg zwischen zwei Filtereinstellungen hörbar machen.

Was du hörst

POLSCHWARM Oberfläche: FILTER und SWARM links, in der Mitte das Schwarmfeld mit fliegenden Körpern und darunter der Frequenzgang, rechts IMPULSE und SIGNAL, unten die acht Stationen

Stell CUTOFF auf 300 Hz, dann springst du auf 2 kHz. Ein normales Filter ist sofort da oder gleitet auf einer festen Rampe. In POLSCHWARM werden die Körper beschleunigt. Die leichten mit ihrer höheren Eigenfrequenz laufen voraus, die schweren folgen träge, und je nach Dämpfung schwingen sie über das Ziel hinaus und klingen aus. Das Filter beschreibt eine gedämpfte Schwingung statt einer Rampe. Und weil die Körper sich gegenseitig abstoßen, bilden sich unterwegs Spitzen und Lücken im Spektrum, die in keiner Einstellung stehen und nur im Flug existieren.

Sobald die Körper zur Ruhe kommen, ist das Filter exakt das, was du eingestellt hast, Sample für Sample. Die Bewegung kommt also nie auf Kosten des Klangs, den du gewählt hast. Hörbar ist allein der Flug dorthin.

SWARM-Bereich mit TEMPO, FRICTION, SWARM und REPULSION

Vier Regler formen den Schwarm:

  • TEMPO setzt die Federkonstante, ausgedrückt als Eigenfrequenz: von 0,2 Hz für lange, träge Wege bis 40 Hz für eine fast unmittelbare Reaktion.
  • SWARM verteilt die Masse. Bei null fliegen alle sieben Körper gleich, weit aufgedreht kommen sie deutlich versetzt an, die Resonanzen fächern auf und ziehen nach.
  • FRICTION ist die Dämpfung. Wenig Reibung heißt langes Ausschwingen, eine Resonanz, die nach jeder Note weiterklingt. Viel Reibung heißt kurze, satte Wege.
  • REPULSION ist die Stärke der abstoßenden Kraft zwischen den Körpern, wirksam, sobald zwei sich näher kommen als ihre Ziele. Daraus entsteht das Schwarmverhalten, das dem Plugin seinen Namen gibt.
Schwarmfeld: Körper als Punkte mit Spur, Ziele als Ringe, waagerecht die Frequenz, senkrecht die Dämpfung, darunter der Frequenzgang

Das Schwarmfeld in der Mitte der Oberfläche zeigt das live: waagerecht die Frequenz von 20 Hz bis 20 kHz, senkrecht die Dämpfung, jeder Körper als Punkt mit Spur, jedes Ziel als Ring. Darunter der Frequenzgang, der gerade klingt.

Acht Typen, ein Schwarm

FILTER-Bereich mit TYPE, CUTOFF und RESO

TYPE bestimmt, wohin die Körper fliegen. CUTOFF reicht von 20 Hz bis 20 kHz, RESO macht die Resonanzen schmal oder breit:

  • LP2, LP4, LP6: Tiefpass mit 12, 24 und 36 dB pro Oktave. LP4 für Bassline und Lead, LP6 für den Sub, der unten zumacht.
  • HP2, HP4: Hochpass mit 12 und 24 dB pro Oktave. Für Hats, Breaks und alles, was Platz machen soll.
  • BP4: Bandpass vierter Ordnung. Telefon, Radio, ein Snare-Körper, der zuckt.
  • FORMANT: drei Spitzen im Verhältnis 1 zu 2,7 zu 4,2. Vokale, deren Körper beim Wechsel einzeln durch den Mund wandern.
  • OVERTONES: sieben Spitzen auf der ein- bis siebenfachen Cutoff-Frequenz. Ein harmonischer Kamm, bei dem jeder Oberton als eigener Körper fliegt.
SIGNAL-Bereich mit DRIVE, AUTO GAIN, IN GAIN, OUT GAIN und MIX

DRIVE sättigt vor jeder der sieben Sektionen, bis 36 dB, statt einmal am Ende. AUTO GAIN hält den Pegel, damit du Bewegung vergleichst und nicht Lautstärke. MIX legt das trockene Signal dazu, laufzeitrichtig.

IMPULSE: der Schlag, der den Schwarm anstößt

IMPULSE-Bereich mit IMPULSE, DIRECTION, THRESHOLD und MIDI IMPULSE

Bis hierhin bewegt sich der Schwarm, wenn du das Ziel änderst. Mit IMPULSE bewegt ihn dein Material. Ein Transientendetektor hört auf den Eingang, und jeder Schlag über der Schwelle überträgt einen Impuls auf die Körper. THRESHOLD von 0 bis 18 dB legt fest, wie laut ein Schlag sein muss, DIRECTION schickt den Stoß nach oben oder nach unten, und mit SWARM bekommt jeder Körper seine eigene Richtung. Die Kick stößt das Filter des Basses auf, die Snare treibt den Bandpass nach oben, und dazwischen schwingt alles gedämpft in die Ruhelage zurück.

MIDI IMPULSE macht dasselbe mit Noten: Jede Note überträgt einen Impuls, so stark wie ihre Velocity. Leg POLSCHWARM auf einen Synth-Bass und schick ihm die MIDI-Spur der Bassline, dann bekommen laute Noten einen weiten Ausschlag und leise einen kleinen, ohne dass du einen Wert automatisierst.

Stationen und PATH: der Schwarm auf Reisen

Editor einer Station mit TYPE, CUTOFF und RESO

Acht Stationen, jede mit eigenem TYPE, CUTOFF und RESO. PATH führt den Schwarm von Station zu Station, im Raster des Hosts von 1/16 bis 4 Takten, mit Triolen und punktierten Werten, oder frei mit PATH HZ von 0,05 bis 20 Hz. PATH STEPS legt fest, wie viele Stationen er abläuft.

Acht Stationen mit Typ, Cutoff und Resonanz, daneben STATION, PATH, PATH RATE, PATH HZ und PATH STEPS

Dabei springt nur das Ziel, die Körper fliegen. Ein LP4 auf Station 1 und ein FORMANT auf Station 2 in Sechzehnteln heißt nicht, dass die Bassline zwischen zwei Filtern umschaltet. Es heißt, dass auf jeder Sechzehntel ein Schwarm aus Tiefpass-Resonanzen zu den Vokalen fliegt und wieder zurück, und je nach TEMPO kommt er an oder ist schon wieder unterwegs, bevor er da ist. Jede Bassline und jede Melodielinie bekommt damit Bewegung, die in keinem Step-Sequenzer steht.

Modulation: 16 Slots, 13 Quellen, vier Kräfte

MOD-Reiter mit LFO 1, LFO 2, RANDOM, MIDI, MACROS, SEQ und STATION

Die Matrix hat 16 Slots, jeder mit einer Tiefe von minus 100 bis plus 100 Prozent, bipolar oder unipolar. Verbunden wird per Drag and Drop: den Griff einer Quelle auf einen Regler ziehen, fertig. Der Ring um den Regler zeigt, wohin die Modulation gerade schiebt.

LFO 1 mit SHAPE, SYNC, RETRIG, RATE und PHASE
  • LFO 1 und LFO 2: Sine, Triangle, Saw, Square und Sample and Hold, synchron zum Host oder frei von 0,02 bis 40 Hz.
  • RANDOM: DRIFT für ein langsames Wandern, S&H für Zufallsstufen.
  • MIDI: Velocity, Notennummer, Modwheel, Aftertouch und Pitchbend.
  • MACRO 1 bis 4: vier Regler für alles, was du live greifen willst.
  • SEQ: ein Stepsequenzer mit acht Schritten, mit LENGTH, GLIDE, SNAP und RETRIG.
SEQ mit acht Schritten, SYNC, SNAP, RETRIG, RATE, LENGTH und GLIDE

Ziel kann jeder Regler sein, dazu STATION, die Raten der Quellen und sogar die Tiefen anderer Slots: Modulation der Modulation. Und dann die vier Kräfte, die es nur hier gibt, weil es nur hier Körper gibt, auf die sie wirken können. Du ziehst eine Quelle auf den Rand des Schwarmfelds und greifst damit direkt in die Physik:

Schwarmfeld mit den Ablagen WIND PITCH oben und WIND DAMPING rechts
  • WIND PITCH verschiebt die Ruhelage des Schwarms in der Frequenz, bis zum Doppelten oder bis auf zwei Drittel des Ziels.
  • WIND DAMPING verschiebt sie in der Dämpfung, zu breiteren oder schmaleren Resonanzen.
  • SHAKE wirkt als Zufallskraft auf jeden einzelnen Körper.
  • GATHER/SCATTER zieht die Körper zum Schwerpunkt des Schwarms oder treibt sie von ihm weg.
Modulationsmatrix mit 16 Slots, Quelle, Ziel, Tiefe und Modus

Ein LFO auf SHAKE in Sechzehnteln, und eine Bassline bekommt ein Zittern, das auf jedem Schlag anders ist. Velocity auf WIND PITCH, und harte Noten verschieben das Filter nach oben. RANDOM DRIFT auf GATHER/SCATTER, und ein Pad atmet zwölf Minuten lang, ohne sich zu wiederholen.

Für wen

Für Produzenten elektronischer Musik, die für Basslines, Leads und Melodien Bewegung suchen, die nicht nach Cutoff-Automation klingt. Techno und Acid: Basslines, deren Filter bei jedem Schlag federt, Sequenzen mit einer Resonanz, die nachschwingt, statt abzureißen. Drum and Bass und Breaks: Breaks, deren Bandpass von jeder Snare angestoßen wird, Reese-Bässe, deren Resonanzen sich gegenseitig verdrängen. House und Dub: Chords und Pads, deren Vokale per PATH wandern und dabei nie zweimal gleich ankommen. Bass Music: Growls aus FORMANT und OVERTONES, von MIDI IMPULSE im Takt der Noten aufgerissen. Und für alle, die im Sounddesign etwas suchen, das noch keiner im Set hat: Die Bänke Chaos, Glitch und Storm sind genau dafür da.

70 Factory Presets in elf Bänken

Presetmenü mit elf Bänken

Die Presets tragen deutsche Namen, die Oberfläche ist englisch. Dazu kommt Init als Ausgangsstellung.

  • Bass (6): TIEFGANG, BRUMMBAER, ZUGFEDER, SCHLEPPE, SAMTFAUST, UNTERSTROM
  • Drums (6): KNALLKOERPER, BLECHDOSE, ZISCHLAUT, TROMMELFELL, RASTERSCHLAG, SCHNALZER
  • Acid (6): QUIETSCHER, SECHZEHNTEL, GUMMISCHLAUCH, ZITRONENSAFT, SPRUDEL, SIRUP
  • Pads (6): NEBELBANK, VOKALCHOR, OBERTONREIHE, GLASHAUS, WANDERDUENE, ATEMZUG
  • Chaos (6): HORNISSENNEST, IRRLICHT, FLIPPERKUGEL, SCHWARMSTURM, KURZSCHLUSS, MUECKENTANZ
  • Motion (6): GEZEITENSTROM, WANDELSTERNE, ZUGVOGEL, TREIBHOLZ, PENDELUHR, KARUSSELL
  • Pulse (6): TRIOLENTANZ, HERZSCHLAG, MORSEZEICHEN, PUNKTIERT, STAMPFWERK, UHRWERK
  • Breath (6): AUSATMEN, LUNGENFLUEGEL, WINDHAUCH, SEUFZER, SCHLAFWANDLER, MEERESATEM
  • Glitch (6): SCHNIPSELREGEN, ZAHNRADSALAT, STOTTERFUNK, SCHERBENHAUFEN, FEHLERTEUFEL, WACKELKONTAKT
  • Storm (6): ORKANFRONT, HAGELSCHLAG, WINDHOSE, GEWITTERZELLE, STURMFLUT, WELTUNTERGANG
  • Steps (10): TREPPENHAUS, STUFENLEITER, TAKTWECHSEL, ACHTELKETTE, GLEITFLUG, SCHRITTMACHER, WELLENGANG, PERLENSCHNUR, GLOCKENSPIEL, SPIELDOSE

Alle Werkspresets sind im Pegel aufeinander abgeglichen, damit du beim Durchblättern Klang hörst und nicht Lautstärke. Eigene Presets speicherst du unbegrenzt.

Technische Highlights

SETTINGS mit OVERSAMPLING, UI SCALE und TOOLTIPS
  • Sieben Körper mit Masse, Feder, Reibung und gegenseitiger Abstoßung, einer je Filtersektion zweiter Ordnung
  • Koeffizienten allein aus den Lagen der Körper, in Ruhe bitgleich mit dem eingestellten Filter
  • TEMPO 0,2 bis 40 Hz, SWARM, FRICTION und REPULSION als eigene Regler
  • Acht Filtertypen, DRIVE bis 36 dB vor jeder Sektion, AUTO GAIN über eine parallele lineare Kaskade
  • IMPULSE aus Transienten (THRESHOLD 0 bis 18 dB) oder MIDI-Velocity, mit DIRECTION
  • Acht Stationen, PATH hostsynchron von 1/16 bis 4 Takten mit Triolen und punktierten Werten, oder frei von 0,05 bis 20 Hz
  • Modulationsmatrix mit 16 Slots und 13 Quellen, Drag and Drop, Modulation der Modulation
  • Vier Kräfte direkt auf den Schwarm: WIND PITCH, WIND DAMPING, SHAKE, GATHER/SCATTER
  • 66 automatisierbare Parameter
  • Oversampling 1x, 2x und 4x, Latenz bei 48 kHz 49 Samples bei 2x und 61 bei 4x, an den Host gemeldet, trockener Pfad passend verzögert
  • Steuerraster von 16 Samples; ein Preset- oder Typwechsel setzt nur neue Ziele, der Schwarm fliegt hin, statt umzuspringen
  • Schwarmfeld mit Spuren und Zielen, darunter der Frequenzgang, der gerade klingt
  • Oberfläche 1100 x 650 px, fünf Zoomstufen
  • Effekt mit MIDI-Eingang für MIDI IMPULSE und die MIDI-Quellen

Formate & Systeme

Formate: VST3, AU (macOS), CLAP, Standalone

Systeme: macOS 11 Big Sur oder neuer (Universal Binary, Intel und Apple Silicon), Windows 10+ (64 Bit), Linux ab Ubuntu 22.04

Made in Berlin

POLSCHWARM wurde komplett in Berlin entwickelt. Die DSP basiert auf JUCE, die Schwarmsimulation, die Filterkette und die Modulation sind from scratch geschrieben. Kein White-Label, kein generisches Toolkit-Filter. Unsere Geheimwaffe ist der Spaß am Detail.

Tools von Produzenten, für Produzenten.

Lizenz und Demo

Die Demo läuft mit vollem Funktionsumfang, nichts ist gesperrt. Einmal pro Minute mischt sich für drei Sekunden leises weißes Rauschen dazu, weich ein- und ausgeblendet, damit du es nicht dem Filter anlastest. Die Demo erlaubt 30 Starts, danach bleibt sie stumm, bis du eine Seriennummer eingibst.

Die Aktivierung kontaktiert den Lizenzserver genau einmal. Danach startet das Plugin ohne jeden Netzwerkzugriff, es telefoniert nie nach Hause. Deine Seriennummer erlaubt drei gleichzeitige Aktivierungen. Übertragen werden ausschließlich Seriennummer, ein anonymer Hardware-Fingerabdruck und der Produktname, niemals Audio, Projektdaten oder Analytics.

Demo: 0,00 EUR

Vollversion: 49,00 EUR (inkl. 19% Steuer)

Lizenz-Informationen

Dieses Produkt enthält ein professionelles Lizenzsystem mit den folgenden Funktionen:

  • Online-Aktivierung mit Hardware-Fingerprint
  • Bis zu 3 Geräte-Aktivierungen inklusive
  • Automatische Lizenz-Zustellung per E-Mail
  • Kundenportal zur Lizenzverwaltung

Nach dem Kauf erhältst du deine Lizenz-Seriennummer innerhalb weniger Minuten per E-Mail.

Inklusive 19% Steuer

Vollversion außerhalb der EU: 41,18€, die MwSt. entfällt an der Kasse automatisch.