EUCLIDEAN WEAVER Bitwig Studio Controller Script

EuclideanWeaver schreibt bis zu 8 parallele Euclidean-Rhythmusschichten in einen Bitwig-Clip, und zwar mathematisch präzise, sofort spielbar und voll editierbar. Der Bjorklund-Algorithmus verteilt deine Beats so gleichmäßig wie möglich über die Steps, genau so, wie es die kubanische Tresillo, der westafrikanische Bell-Pattern oder der brasilianische Samba seit Jahrhunderten tun. Nur deutlich schneller.

Was du bekommst, sind keine temporären MIDI-Signale, die durch einen Effekt-Stack laufen und beim Bouncen verloren gehen. Du bekommst feste Noten im Clip, die du direkt weiterbearbeiten, verschieben, löschen oder mit der Hand verfeinern kannst. Das Script erledigt die Mathematik, du machst die Musik.

Drum Mode: Polyrhythmus, der sich physisch anfühlt

Im Drum Mode bekommt jeder der 8 Layer einen eigenen Pitch, den du frei auf deine Drum Sounds mappen kannst. Kick auf C2, Snare auf D2, Closed HiHat auf F#2, Open HiHat auf A#2, und so weiter, direkt an die GM Drum Map oder an dein eigenes Drum Rack. Jeder Layer hat sein eigenes Euclidean Pattern mit individueller Step-Länge (N), Pulse-Anzahl (K) und Rotation.

Der entscheidende Punkt: Wenn deine Layer unterschiedliche N-Werte haben, entsteht ein echter Polymeter. Eine Kick mit N=16 läuft parallel zu einer HiHat mit N=12 und einem Percussion-Layer mit N=7. Diese Patterns überlappen sich, verschieben sich gegeneinander und erzeugen einen Groove, der sich bei jedem Loop leicht anders anfühlt, ohne dass du auch nur eine Note manuell gezogen hast. Primzahl-Steps wie 5, 7, 11 oder 13 maximieren dabei die Komplexität.

Das ist der Unterschied zwischen einem Groove, der lebt, und einem, der sich anfühlt wie aus dem Raster gestanzt.

Melody Mode: Euclidean trifft Harmonik

Hier wird es wirklich interessant. Mit v1.2.0 kann EuclideanWeaver nicht nur Rhythmus, sondern auch Melodie. Im Melody Mode weist das Script jedem der 8 Layer automatisch eine Note aus der gewählten Tonleiter zu: Layer 1 bekommt den Grundton, Layer 2 den zweiten Skalengrad, Layer 3 den dritten, und so weiter. Hat die Skala weniger Töne als Layer vorhanden sind, springt das Script automatisch in die nächste Oktave.

Was das bedeutet: Du stellst einmal Scale und Root Note ein, und alle 8 Layer spielen automatisch harmonisch zueinander. Kein falscher Ton, keine Dissonanz, die du nicht willst. Nur Mathematik, die Musik ergibt.

Das ist der Punkt, an dem EuclideanWeaver wirklich einzigartig wird. Die meisten generativen Tools arbeiten entweder rhythmisch oder melodisch. EuclideanWeaver verbindet beides: Die polymetrische Struktur des Drum Modes trifft im Melody Mode auf eine harmonische Ebene. Jeder Layer hat seinen eigenen Euclidean-Rhythmus, seine eigene Step-Länge, seine eigene Puls-Anzahl, und alle spielen innerhalb derselben Skala. Das ergibt generative Melodien, die sich organisch verschieben, harmonisch kohärent bleiben und bei jedem Loop eine andere Phase haben.

Für Synthesizer-Basslines, die sich mit der Kick verzahnen. Für Pad-Texturen aus 6 parallelen Euclidean-Arpeggio-Schichten. Für generative Lead-Melodien, die nie exakt gleich klingen. Und für alles dazwischen.

12 Tonleitern stehen zur Auswahl: Major, Minor, Dorian, Mixolydian, Phrygian, Lydian, Pentatonic Minor, Pentatonic Major, Harmonic Minor, Melodic Minor, Whole Tone und Blues. Pentatonic-Skalen mit nur 5 Tönen erzeugen bei 8 Layern automatisch einen Oktavsprung in den oberen Layern, was den Tonumfang erweitert und Bewegung in die Struktur bringt.

Drift: Variation ohne Chaos

Der Drift-Button ist das Live-Performance-Tool. Mit jedem Klick verschiebt EuclideanWeaver den K-Wert (die Pulse-Anzahl) jedes aktiven Layers zufällig um plus oder minus 1. Danach wird sofort neu generiert. Kumulativ. Nach 3 Klicks klingt das Set anders, nach 10 Klicks deutlich anders, aber niemals chaotisch, weil K immer im gültigen Bereich bleibt.

Im Melody Mode ist Drift besonders stark: Es verändert nur den Rhythmus, nie die Tonhöhen. Die Skala bleibt intakt. Das Pattern klingt immer harmonisch, auch wenn sich der Groove komplett verändert hat.

Was drin steckt:

8 unabhängige Layer mit eigenem N (Steps), K (Pulses) und Rotation. Drum Mode und Melody Mode. 12 Tonleitern. 75 Presets: 50 Drum-Presets [D] und 25 Melody-Presets [M], von Tresillo und Samba bis Phrygian Dark, Fibonacci Melody und Whole Tone Dream. Poly-Drift für organische Live-Variation. Polymeter-Tiling. Randomize All. Auflösung von 1/4 bis 1/32. Unterstützt Arranger und Launcher Clips.

Kompatibilität: Bitwig Studio mit Controller API 17. macOS, Windows, Linux.


Inklusive 19% Steuer